Abfahrt nach Hendaye (27. Oktober, 9.04h)
Rückblick: 22.Oktober 15.00h Santiago - Ankunft an der Kathedrale
Von Santa Irene nach Santiago waren es 24km, die aber für einen Pilger, der um die 3000km hinter sich hat, kein Problem sind. Es ging wieder einige Male bergauf und bergab und hinter jedem neuen Hügel hoffte ich Santiago zu sehen. Die Pflanzen waren hier fast wie in der Heide oder auch wie in einer gewissen Höhe in den Alpen, eher karges, trockenes Land, sandiger Boden. Ginster und kleine stachelige Sträucher, vieles gelb blühend, auch die blau blühenden Herbstkrokusse gab es hier wieder. Die Dörfer wurden auch wieder anders, freundlicher, die Häuser heller, weiß gestrichener Verputz, farbige, oft grell blaue Fensterläden.
Und jetzt, am 24. Oktober, saß ich noch, nachdem ich von Fisterra mit dem Bus gegen 10.00h abends zurück gekommen war, bei einem Glas Rotwein und einem Tiramisu, mit den Franzosen in einem schönen Jugendstil-Café zusammen. In einer anderen Runde saßen die englischsprechenden. Ein Großteil der Leute reist morgen nach Hause zurück. Manche werde ich wohl nie mehr sehen, mit vielen habe ich Adressen getauscht.
Beim Abschied von in den letzten Wochen liebgewonnenen Menschen wurden manche Augen feucht!
Fisterra (24. Oktober)
Abends:
Ich sitze hier auf einem Felsen am westlichsten Punkt unseres Kontinents, "am Ende der Welt".
Auf dem halbstündigen Weg von Fisterra hierher habe ich noch einige Freunde getroffen und Abschied genommen: Francis mit den anderen Franzosen und dem Kanadier, Xavier den Franzosen, Dany einen Kanadier, Rosemarie, zwei Berliner, Sophie eine junge Engländerin, vormittags im Bus die zwei Schweizer mit dem Wägelchen und einen Berliner, der neben mir saß. Und jetzt hat sich grade auch noch Chris, Ihr wißt schon, die die ich einmal für eine Irin hielt neben mich gesetzt und wir haben auf dem Felsen, auf dem ich sitze, Abschied genommen.
Das Meer ist ruhig und glitzert alle Augenblicke verschieden in der langsam sich neigenden Sonne, von unten höre ich die Brandung.
Es ist feierlich wie in einer der gewaltigen Kirchen, die ich besucht habe, nur unendlicher und unbegreiflicher.
Mir ist wehmütig ums Herz wegen der vielen Abschiede von lieb gewonnenen Menschen, von diesen schönen Landschaften, den zauberhaften Städten und Dörfern auf dem ganzen Camino und auch von dem Lebensstil, der mir vom Weg aufgezwungen wurde.
Aber ich freue mich auch wieder aufs Heimkommen. Auf die lieben Menschen daheim, auf unsere schönen Landschaften und Dörfer und Städte, auf das gleiche Bett jeden Tag, aufs gleiche Klo jeden Tag, aufn Garten, aufs Baby...
Siegfried
Mittags:
Das ist jetzt kein besonderes Bild, aber für mich ist's ja kein Bild sondern Realität und vor der sitz ich jetzt und das Wasser läuft mir im Munde zusammen.
Ja, ich bin heute mit dem Bus nach Fisterra gefahren und da sitz ich jetzt und esse meine Fischsuppe und anschließend einen Merluza und dann trink ich einen kleinen Cafe und zum Essen einen Ribbeiro.
Und jetzt geht's los.
Siegfried
Santiago de Compostela (22. Oktober)
Er ist angekommen.
Siegfried ist kurz vor 15 Uhr in Santiago de Compostela eingetroffen. Er ist wohlauf und sehr glücklich. Er wird noch bis Sonntag Abend dort bleiben.
Bin heute um 14.45 h das erste Mal vor der Kathedrale in Santiago gestanden!
Ein großes Fest! Am Schluß war Chris mit mir gegangen.
Freunde, die ich unterwegs verloren hatte, weil sie schneller waren, haben mich begrüßt.
Ich hab vergessen ein Foto zu machen! Morgen um 12.00h ist die große Messe!
Mehr Morgen!
Siegfried
Eirexe (19. Oktober)
Heute, 19.Oktober bin ich in Eirexe, aber so kaputt, dass ich gleich ins Bett gehe (19h).
Habe noch dazu eine Wasserblase an rechter Zeigefingerspitze?! Habe letzte Nacht sehr schlecht geschlafen, vielleicht überfressen!
Morgen hoffentlich mehr.
Siegfried
IN EIGENER SACHE
Hallo, alle die eine Karte von mir erwarten!
Ich habe durch den Defekt an meinem Gerät alle Adressen verloren, die nicht zusätzlich in meinem Kopf gespeichhert sind! Und da mein Hirn nicht allzuviel Speicherplatz hat sind das nicht allzuviele! Oder unvollständig.
Also bitte meinen Töchtern die Adressen geben!
Ich hoffe, sie dann bis ich in Santiago bin zu haben!
Siegfried
